DBMM Schlachtbericht - Jensinions Seleucids vs Guidos Late Imperial Romans, 27.06.21

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Jensinion
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DBMM Schlachtbericht - Jensinions Seleucids vs Guidos Late Imperial Romans, 27.06.21

Beitrag von Jensinion » Mo 5. Jul 2021, 13:29

Am vorletzten Sonntag startete endlich die diesjährige Feldzugssaison, nach rund acht Monaten Pause :D Meine neuen Seleukiden (siehe hier) haben zum ersten Mal ein Schlachtfeld betreten und stellten sich Guidos spätimperialen Römern. Es war eine historisch nicht ganz akkurate Begegnung, denn zwischen beiden Armeen liegen mindestens 400 Jahre, allerdings haben die Seleukiden gegen die republikanischen Vorfahren der späten Römer tatsächlich gekämpft - und seinerzeit böse verloren. Auch meine Seleukiden haben in einer hart umkämpften Schlacht gehörig was einstecken müssen... :zombie


Seleucid_vs_LIR_1.jpg
(1) Ich war Verteidiger und favorisierte ein möglichst enges Schlachtfeld, weshalb ich einen Waterway und einen mittelgroßen Difficult Hill gelegt habe, hinzu gesellte sich noch ein mittelgroßer Good Hill, den ich wählte, um ggf. eine gute Stellung für Teile meiner Armee zu erhalten. Guido hat einen Rough Hill und ein flaches Rough-Geländestück gelegt, letzteres ungünstigerweise zentral in meiner Tischhälfte.

Obwohl Guido Angreifer war, musste er seine Armee zuerst aufstellen. Vor meiner Seite aus gesehen hat er links ein berittenes Kommando aus leichter Reiterei und Rittern platziert. Im Zentrum standen, leicht nach hinten versetzt, seine Legionäre sowie Kavallerie in der Reserveposition. Das rechte Kommando bestand aus Auxiliartruppen, die auf dem Hügel Stellung bezogen haben, und einer Abteilung leichter Reiterei hinter dem Hügel. Ich selbst habe auf dem linken Flügel ein Kommando platziert, das vor allem Ritter und leichte Reiterei enthielt, im Zentrum stand meine Phalanx (PkO und PkS) und auf dem rechten Flügel standen, etwas nach hinten versetzt, meine Thorakitai (AxS) auf dem Hügel mit ein wenig leichter Reiterei daneben, sowie einige Ritter hinter dem Hügel.

Ich wollte mein Ritter-Kommando auf dem linken Flügel so offensiv wie möglich einsetzen und die gegenüberstehende römische Reiterei attackieren. Die Phalanx sollte auf gleicher Höhe parallel mit vorrücken. Ich habe die Gefährlichkeit der Legionäre für meine Phalangiten überschätzt, was mich davon abgehalten hat, die Phalanx als die eigentliche Offensivstreitmacht einzusetzen und die Reiterei stattdessen mehr zu schonen. Das rechte Kommando war vor allem mit der Aufgabe betraut, zu verhindern, dass meine Armee ausflankiert wird.


Seleucid_vs_LIR_2.jpg
(2) Meine Truppen sind links und im Zentrum bis fast an die römische Armee herangerückt. Noch bevor die Schlachtreihen aufeinandertreffen, entsteht an der linken Flanke meiner Reiterei eine gefährliche Situation durch die in römischen Diensten stehenden hunnischen Söldner, die meiner für den Flankenschutz zuständigen leichten Reiterei qualitativ und quantitativ überlegen sind.


Seleucid_vs_LIR_3.jpg
(3) Links kommt es zu heftigen Kämpfen zwischen den seleukidischen und römischen Reiter-Verbänden. Meine Ritter bestehen nur aus einer einzigen Reihe, während sich die Römer mit ihrer Reiterei stellenweise in zwei Reihen formiert haben. Es gelingt mir nirgendwo der Durchbruch, stattdessen fressen sich meine Ritter in die römische Schlachtreihe hinein, was sie verwundbar macht. Zudem wird die Gefahr, links außen ausflankiert zu werden, für die Ritter immer größer. Zeitgleich hat meine Phalanx die nach hinten versetzten Legionäre immer noch nicht auf ganzer Linie erreicht. Rechts ist die Lage derweil noch ruhiger, aber auch hier formieren sich die Kontrahenten.


Seleucid_vs_LIR_4.jpg
(4) Mein linkes berittenes Kommando ist sehr rasch gebrochen und alle Einheiten, die bis dahin noch überlebt haben, ergreifen die Flucht. Das römische Reiter-Kommando hat praktisch keine Verluste zu beklagen, ist jedoch zu diesem Zeitpunkt überaus unorganisiert und in viele Einzelteile zerfallen. Das verschafft mir etwas Zeit, im Zentrum mit meiner Phalanx gegen die Legionäre vorzustoßen, was alles in allem recht erfolgreich ist. (Aufgrund der Enge des Raumes und der unterschiedlich weit vorgerückten Kolonnen der Phalangiten entstehen leicht unübersichtliche Verhältnisse, was das Manövrieren zunehmend zu einer Herausforderung für mich werden lässt. Aber da mit Axel und David zu dieser Zeit zwei beratende Zuschauer anwesend sind, klappt das mit ihrer Unterstützung einigermaßen.) Ganz rechts außen dagegen entwickelt sich die Lage für meine berittenen Truppen, wie zuvor schon auf dem entgegengesetzten Flügel, nicht gut, da diese zwar erfolgreich, aber verwundbar sind und sich in gefährliche Positionen manövrieren.


Seleucid_vs_LIR_5.jpg
(5) Die römische Reiterei des von mir aus gesehen linken römischen Flügels hat sich reorganisiert und ist bereit, meiner Phalanx in den Rücken zu fallen. Diese ist zu diesem Zeitpunkt recht erfolgreich, läuft aber nun Gefahr, von drei Seiten attackiert zu werden, da auch einige Legionäre noch leben. Letztlich entscheidend ist die Situation ganz rechts außen, wo meine Ritter einer numerischen Übermacht gegenüberstehen und es mir nicht gelingt, ihre Flanken ausreichend zu schützen. Die Verluste summieren sich dort, was zur Folge hat, dass die komplette Armee schließlich bricht.

Ich habe das erste Mal mit einer hellenistischen Armee, die dazu noch aus meinen eigenen Figuren bestand, in dieser Konstellation gespielt. Es hat Spaß gemacht, wenngleich ich von Beginn der Schlacht an einen fragwürdigen Plan verfolgt hatte. Das berittene Kommando war gegen die tiefer aufgestellten Römer auf verlorenem Posten und zudem von Anfang an gefährdet, ausflankiert zu werden. Ich hätte sie wohl ebenfalls tiefer staffeln und als Unterstützung für das Phalanx-Kommando, das als die eigentliche Offensivstreitmacht hätte fungieren sollen, einsetzen sollen, statt umgekehrt. In gewisser Weise haben die Ritter ihre Attacke zu früh und die Phalanx ihren Angriff zu spät begonnen. Die Durchschlagskraft der Phalangiten gegen die Legionäre hatte ich tatsächlich ebenso unterschätzt wie die Verwundbarkeit der Ritter...

Gruß Jens

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Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Seleucids vs Guidos Late Imperial Romans, 27.06.21

Beitrag von Fritz » Mo 5. Jul 2021, 23:22

Danke für den schönen Bericht! Ich find es immer erstaunlich, wenn sich Menschen hinter her so detailliert an ein Spiel erinnern können :danke

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Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Seleucids vs Guidos Late Imperial Romans, 27.06.21

Beitrag von Theodenatas » Di 6. Jul 2021, 09:42

Moin,
ein fantastischer Schlachtbericht.... es freut mich wieder so etwas lesen zu dürfen.
Du hattest mal Hellenen von mir geliehen :-) aber die eigene Armee spielt sich immer anders. Leider ist der Juli ist voll mit Terminen aber ich werde es sicher noch schaffen einen Sonntag im August zum Spielen zu kommen!
Weiter so!
Wer kommt mit nach Baltrum? :-)

Gruss
Carlos :omfg
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Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Seleucids vs Guidos Late Imperial Romans, 27.06.21

Beitrag von vodnik » Di 6. Jul 2021, 12:19

...super Kampfbericht, sehr anschaulich, macht mir aber auch deutlich klar warum ich Dark Age Armeen bevorzuge...
...historische DBX-Regeln zum 'Runterladen: DBA2:2 + so... noch mehr: R19 fur's 19. Jahrhundert + andere Regeln :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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