DBMM Schlachtbericht - Jensinions Polybian Romans vs Bierwursts Later Carthaginians - REMATCH, 05.09.21

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DBMM Schlachtbericht - Jensinions Polybian Romans vs Bierwursts Later Carthaginians - REMATCH, 05.09.21

Beitrag von Jensinion » Do 9. Sep 2021, 16:03

Am Sonntag trafen sich die Römer und die von Hannibal angeführten Karthager zu einem Rematch ihres Aufeinandertreffens vom Sonntag davor (siehe hier). Die Armeen waren exakt dieselben, aber die Schlacht entwickelte sich vollständig anders: Statt einer römischen Defensivschlacht auf einem Hügel führten beide Kontrahenten ihre Armeen in eine klassische offene Feldschlacht, die in ihren Manövern und dem ganzen Verlauf sehr an historische Vorbilder erinnerte, so dass - zumindest bei mir - das Gefühl aufkam, einer wirklich realistisch geführten antiken Schlacht beizuwohnen - mehr kann man von einem historischen Tabletop-Regelwerk nicht erwarten :)



PolybianRoman_vs_LaterCarthaginian_Rematch_1.jpg
(1) Anders als bei der letzten Begegnung waren die Karthager dieses Mal die Verteidiger und durften mehr Gelände als die Römer legen. Sie wählten viel schweres Gelände, von dem der überwiegende Teil in der (hier und im Folgenden stets von den Römern aus gesehenen) linken Tischhälfte landete, wobei zwei kleine Wälder eher mittig sowohl in der römischen wie der karthagischen Aufstellungszone gelegt wurden. Die Römer wählten einen großen Sumpf als Flankenschutz, der am rechten Tischrand platziert werden konnte.

Hannibal musste seine Truppen als Erster aufstellen. Sein großes Kommando, bestehend aus Speerkämpfern, Elefanten und Kavallerie positionierte er zentral. Flankiert wurde es von einem Kommando numidischer leichter Reiterei, in Marschposition hinter einem großen Berg, auf dem einen Flügel sowie einem Kommando mit Auxilia-Truppen, die hinter dem Sumpf Aufstellung nahmen, auf dem anderen Flügel. Die Römer stellten sich den Karthagern direkt gegenüber auf, in klassischer Anordnung: Vorne die leichtbewaffneten Velites, dann zwei Reihen Legionäre, in der hinteren, dritten Reihe die Triarii als Reserve. Rechts wurde die schwere Infanterie flankiert von leichtbewaffneten syrakusanischen Schleuderern, die im Sumpf standen, links nahm ein Teil der Auxilia vor dem Wald Aufstellung, während der andere Teil der Auxilia isoliert ganz weit links auf der Außenposition stand. Etwas unglücklich musste die Kavallerie, die dem Kommando 3 zugeordnet ist, rechts hinter der Infanterie positioniert werden. Wie beim vorigen Mal erhielt das Kommando 1 den niedrigsten PIP, Kommando 3 den mittleren und Kommando 2 den höchsten PIP.

Der Schlachtplan der römischen Generalität war wie folgt: Die schwere Infanterie der Kommandos 2 und 3 sollte möglichst rasch geradeaus gegen die karthagischen Reihen vorrücken. Die ebenfalls mit vorrückenden Schleuderer und die Auxilia sollten rechts bzw. links für Flankenschutz sorgen. Die Abteilung Auxilia ganz links auf der Außenposition sollte den großen Berg erklimmen, um von dort Marschbewegungen der karthagischen Reiterei zu behindern und etwaigen karthagischen Verbänden, die um den Berg herum - ob entlang dessen unterer Seite oder entlang dessen rechter Seite - operieren, in die Flanke fallen zu können. Die römische Kavallerie sollte so schnell wie möglich im Rücken der eigenen Truppen nach links eilen, um gegenüber der karthagischen Kavallerie in der Lücke zwischen dem Berg und der römischen Infanterielinie Aufstellung zu beziehen.



PolybianRoman_vs_LaterCarthaginian_Rematch_2.jpg
(2) In der ersten Runde verläuft alles einigermaßen planmäßig für die römische Armee. Die links stehenden Auxilia erklimmen den Berg, die Kavallerie zieht so schnell wie möglich in die linke Tischhälfte. Allerdings verbleibt die Schlachtreihe mit den Legionären und einem Teil der Auxilia, anders als geplant, vorerst an Ort und Stelle, da ein zu schnelles Vorrücken die linke Flanke der Reihe zu stark exponiert hätte, bevor die römische Kavallerie dort Aufstellung beziehen kann. Hannibal dagegen rückt im Zentrum vor, aber nur mit langsamen Schritten. Ganz rechts marschiert ein Teil der karthagischen Auxilia-Verbände in Kolonne durch den Sumpf, die Gefahr eines Angriffs auf die römische rechte Flanke oder sogar in den Rücken der römischen Armee heraufbeschwörend. Trotzdem bleibt die römische Generalität gelassen und verfolgt weiter ihren Plan - einzige Reaktion ist vorerst das Vorziehen der syrakusanischen Schleuderer im Sumpf in Richtung der karthagischen Truppen, um hier Gegendruck aufzubauen. Unerwartet in den Augen der Römer ist das Manöver der karthagisch-numidischen Reiterei, die sich in zwei Teile aufspaltet, wobei der kleinere Teil ganz links außen um den Berg herum reitet und der größere Teil in Kolonne in die Lücke zwischen dem Berg und der karthagischen Kavallerie stürmt. Gegen die drohende Gefahr der um den Berg reitenden Numider entsenden die Römer ihre kretischen Bogenschützen aus dem Kommando 2 auf einen langen Marsch durch den Wald bis in die linke Tischhälfte (wohl wissend, dass diese leichtbewaffneten Truppen gegen leichte Reiterei geringe Chancen haben, aber die römische Generalität vertraut ihren Truppen ;) ).



PolybianRoman_vs_LaterCarthaginian_Rematch_3.jpg
(3) Mittlerweile geht es voran: Die römische schwere Infanterie rückt vor, da die römische Kavallerie inzwischen auf dem linken Flügel eingetroffen ist (wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Linie formiert). Die Legionäre im Zentrum rücken am Weitesten vor, um Druck aufzubauen, die Legionäre rechts und die Auxilia links bleiben etwas zurück, decken aber die Flanken ihrer Kameraden im Zentrum. Ganz rechts im Sumpf bewegen sich zwei Abteilungen karthagischer Auxilia-Verbände auf die römische Flanke zu. Gegen die Gefahr eines Angriffs in ihrem Rücken wird die Triarii-Reserve aus dem mittleren Kommando 2 in Richtung des Sumpfes abkommandiert. Das Hauptproblem für die Römer in dieser Phase (und allen folgenden) der Schlacht ergibt sich daraus, dass die Schleuderer ganz rechts im Sumpf relativ bewegungsunfähig sind, da es sich um irreguläre Truppen handelt, die für komplizierte Manöver zu viele PIPs verbrauchen würden. Dies sollte aber letztlich - Fortuna sei Dank! - keine negativen Konsequenzen für die Römer bis zum Ende der Schlacht haben. Während die Hauptschlachtlinie der Karthager vorerst zum Stillstand gekommen ist, agieren Teile der numidischen Reiterei unentschlossen und ziehen sich wieder hinter die karthagischen Reihen zurück. Der Rest der Numider reitet unterdessen ganz links außen weiter um den Berg herum, jedoch wegen mangelnder PIPs recht langsam. Die gegen diese Gefahr abkommandierten kretischen Bogenschützen befinden sich weiterhin auf dem Marsch nach links. Gegen die römische Auxilia-Einheit, die schon zuvor Aufstellung am Fuß des Berges bezogen hatte, um etwaigen karthagischen Reitertruppen in die Flanke fallen zu können, entsendet Hannibal einige Leichtbewaffnete, die den Berg erklimmen.



PolybianRoman_vs_LaterCarthaginian_Rematch_4.jpg
(4) Für die Römer verläuft weiterhin alles planmäßig, während die Karthager in dieser mittleren Phase der Schlacht unter einigen miserablen PIP-Würfen leiden (drei Runden hintereinander erzielen die Generäle der einzelnen Kommandos fast nur 1en und 2en!). Während die gesamte Infanterielinie der Römer weiter entschlossen auf das karthagische Zentrum hin vorrückt, hat die römische Kavallerie endlich ihre Kampfformation eingenommen (blaues Rechteck). Ein Teil der Kavallerie ist durch vorgelagerte Auxilia-Truppen verdeckt, was der Enge des Aufmarschraums und ebenfalls einem Mangel an PIPs geschuldet ist - das ist unglücklich, aber nicht gravierend. Rechts haben die Triarii gegen die karthagischen Auxilia, die sich im Sumpf befindet, Stellung bezogen (blauer Kreis rechts). Einige der karthagischen Auxilia-Truppen greifen im Sumpf die römisch-syrakusanischen Schleuderer an - der allererste Kampf im Verlauf dieser Schlacht! Auf der gegenüberliegenden Seite, in der linken Tischhälfte, haben die kretischen Bogenschützen an einer sehr günstigen Position, nämlich der Engstelle zwischen dem Berg und dem Weingut, Stellung bezogen (blauer Kreis links). Die römische Auxilia am Fuß des Berges hat sich unterdessen umformiert und rückt gegen die karthagischen Leichtbewaffneten auf dem Berg vor. Die karthagisch-numidische Reiterei schließlich stößt in langer Kolonne im Zentrum zwischen den karthagischen Reihen hervor, um einen Angriff auf die den römischen Legionen vorgelagerten leichtbewaffneten Velites zu unternehmen.



PolybianRoman_vs_LaterCarthaginian_Rematch_5.jpg
(5) In dieser Phase der Schlacht sind die Armeen beider Seiten auf der gesamten Breite des Schlachtfelds aufeinandergestoßen und es entbrennen Nahkämpfe an allen Stellen, von ganz links bis ganz rechts. Die römischen Legionäre im Zentrum sind außerordentlich erfolgreich in ihrer Attacke auf die karthagischen Speerkämpfer und Elefanten - an einer Stelle ist den Legionären bereits der Durchbruch gelungen! Die Reiterverbände beider Armeen, römische und karthagische Kavallerie, sind noch in zähem Kampf verwickelt, der aufgrund des relativen Gleichgewichts sowohl in Kampfkraft als auch in Truppenstärke recht langwierig verläuft. (Die der römischen Reiterei vorgelagerten Auxilia-Truppen sind bereits zuvor von der karthagischen Kavallerie nahezu ausgelöscht worden.) Ganz links entwickelt sich der Kampf zwischen den römischen Bogenschützen und den numidischen Reitern heftig, aber unentschieden: Beide Seiten haben zu diesem Zeitpunkt die Hälfte ihrer Truppen, die sie an dieser Stelle ins Feld geführt haben, verloren. Rechts im Sumpf unterliegen die römischen Schleuderer langfristig den karthagischen Auxilia-Truppen, die jetzt frei stehen (roter Kreis) - dies war zu erwarten, aber die Schleuderer haben ihre Aufgabe, den Flankenangriff der Karthager aufzuhalten bzw. zu verzögern, heldenhaft erfüllt. Insgesamt nimmt die Lage an dieser rechten Flanke für die Römer zu keiner Zeit in der Schlacht wirklich kritische Ausmaße an, bedingt durch die erwähnte PIP-Krise der Karthager...



PolybianRoman_vs_LaterCarthaginian_Rematch_6.jpg
(6) Die Schlussphase der Schlacht. Die karthagischen Speerkämpfer und Elefanten sind fast vollständig ausgelöscht, bei minimalen römischen Verlusten unter den Legionären, die freie Bahn haben, ihre Gegner hart zu flankieren. Auch auf dem Berg entscheiden die römischen Auxilia-Truppen den Kampf gegen die karthagischen Leichtbewaffneten für sich. Das Gefecht zwischen der römischen und karthagischen Kavallerie tobt weiterhin unentschieden; hier halten sich die Verluste auf beiden Seiten in Grenzen. Es gelingt den Karthagern nicht mehr, mit ihrer um den Berg herum geführten numidischen leichten Reiterei der römischen Kavallerie in den Rücken zu fallen - die Römer können es sich sogar leisten, eine einzelne Kavallerie-Abteilung nach hinten abzuziehen, um die wenigen verbliebenen Numider aufzuhalten (blauer Kreis). In der letzten Runde der Schlacht brechen alle drei Kommandos der Karthager schließlich, während die römische Armee noch weitgehend intakt ist.

Die Schlacht hat, wie schon diejenige davor, sehr viel Spaß gemacht. Die römische Armee ist, wenn sie ihren Vorteil voll ausspielen kann, im frontalen Nahkampf sehr stark und hat dennoch genug Spezialtruppen, um auf etwaige Gefahrensituationen beispielsweise durch Angriffe gegen die Flanken der Armee reagieren zu können. Ich war recht zufrieden mit dem Verlauf der Schlacht, weil ich meinen Plan, den Hauptteil der Armee auf den Großangriff gegen das karthagische Zentrum zu konzentrieren, durchführen konnte und mich nicht habe ablenken lassen durch die karthagischen Aktionen rechts und links von meiner Hauptschlachtlinie. Auf all diese Aktionen konnte ich durch den Einsatz minimaler Mittel, welche die Schlagkraft der Hauptarmee nicht reduzieren, antworten. Hinzu gesellte sich das für ein erfolgreiches Schlachtenergebnis nötige Glück, denn Hannibal wurde streckenweise von mäßigen PIP-Würfeln und unterdurchschnittlich miesen Kampfwürfeln geplagt...

Danke an Bierwurst, ich freue mich schon auf das nächste Match :up

Gruß Jens

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Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Polybian Romans vs Bierwursts Later Carthaginians - REMATCH, 05.09.21

Beitrag von Theodenatas » Fr 10. Sep 2021, 14:59

Hey, was für ein toller Bericht. Du setzt die Messlatte verdammt hoch :up, da habe ich wirklich Lust einmal Karthager zu spielen. Damit ist also mein nächstes letztes Projekt angepeilt :-)
Warum hat Bierwurst soviel Gelände gelegt. All das hilft dem Römer seine frontale Kampfkraft zu zentrieren. Auf einem offenem Tisch geht der Kampf vielleicht anders aus :D
Jetzt freue ich mich auf Baltrum. Vielleicht entsteht ja da ein Bericht wie sich meine Indonesier gegen die chinesische Übermacht hält oder nicht hält :mrgreen:
folgt mir auf Instagram :rofl

Lieben Gruss
Carlos :omfg:
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Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Polybian Romans vs Bierwursts Later Carthaginians - REMATCH, 05.09.21

Beitrag von BierWurst » Di 14. Sep 2021, 10:24

Theodenatas hat geschrieben:
Fr 10. Sep 2021, 14:59

Warum hat Bierwurst soviel Gelände gelegt. All das hilft dem Römer seine frontale Kampfkraft zu zentrieren.
Das habe ich mich auch schon gefragt :D

Der Plan war eigentlich durch Gelände mit den Ax die Seite anzugreifen, vorne mit den Elefanten zu kommen und dann die leichte Reiterei hinne rum... Aber hat alles nicht soooo gut geklappt...

Aber viel Spaß hatte ich trotzdem :party
***Spiele nur mit bemalten Miniaturen...das erwarte ich auch von meinem Mitspieler***

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Re: DBMM Schlachtbericht - Jensinions Polybian Romans vs Bierwursts Later Carthaginians - REMATCH, 05.09.21

Beitrag von Jensinion » Di 14. Sep 2021, 16:47

BierWurst hat geschrieben:
Di 14. Sep 2021, 10:24
Aber viel Spaß hatte ich trotzdem :party
Spaß macht es immer, wenn wir gegeneinander antreten :D Wir können demnächst mal wieder Deine Deutschen gegen meine Venezianer aufmarschieren lassen (240AP), mit denen war ich bisher ja recht erfolglos :omfg da muss ich noch mal weiter üben ;)

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